BuiltWithNOF
Alexanders Website - ALBA 2003/2

Letzte Änderung dieser Seite: 05.06.2003

Schottland 2003 – Ein Reisetagebuch - Teil 2 (Im Original veröffentlicht als Weblog bei www.20six.de)

Sonntag, 18.05.2003, 12.07 Uhr – It’s been a hard day’s night

    Eigentlich wollt ich gestern Abend ja nur für ein oder zwei Bier ins Pub, aber daraus wurde nichts. Im "The Lounge" war eine Horde norwegischer Fischer versammelt, die gerade ihren - scheinbar recht guten - Fang in Lerwick angelandet hatten. Entsprechend hatten sie auch einen guten Vorschuss erhalten - und den legten sie an, indem sie im Pub eine Runde nach der anderen ausgaben.
                                          
    Hat zufällig jemand "Der Sturm" von Sebastian Junger gelesen? An seine Beschreibung der Zustaende in der Kneipe "Crow's Nest" in Gloucester fühlte ich mich schwer erinnert. *g* Ablehnen konnte man die Einladung nicht, sonst waren die Norweger schwer beleidigt gewesen. Also musste ich halt mithalten. War ein lustiger Abend...

    Das Wetter ist immer noch mies, meine Planung, heute die kleine Insel Moussa mit ihrem bekannten praehistorischen Broch zu besichtigen, fällt flach, da die Fähre dahin wegen zu starkem Seegang nicht fahren kann. Mal schauen, vielleicht gönn ich mir nachher einen Besuch im Lerwicker Freizeitbad im Clickimin Leisure Centre. Da ist es zwar vermutlich genauso nass wie im Freien, aber dafür wenigstens nicht windig, aber wärmer. :-)

Sonntag, 18.05.2003, 13:53 Uhr – Es klart auf

    So schnell kann es gehen - vor wenigen Stunden noch stürmisch und regnerisch, jetzt hat es aufgeklart und vereinzelt kommt sogar schon die Sonne durch. Ich nutz das gute Wetter natürlich gleich, um die Insel weiter zu erkunden. In gut 20 Min. startet eine Guided Tour von See Shetland Tours und ich bin dabei. *freu* Wäre auch zu schade gewesen, wenn ich heute nur im Youth Hostel bzw. im Hallenbad hätte rumhängen müssen.

    Der Sturm scheint aber nicht von schlechten Eltern gewesen zu sein. Vorhin sah ich das Seenotrettungsboot der RNLI (Royal National Lifeboat Institution, dem britischen Gegenstück zur DGzRS) auslaufen - und es sah sehr nach Alarmstart aus: Raus aus dem Hafen und Hebel auf den Tisch (Seemannssprache für Vollgas). Hoffen wir mal, dass niemand zu Schaden gekommen ist.

    So, ich starte dann mal wieder; gleich geht meine Tour los.

    Ach ja, mein Kopfweh ist weitestgehend weg - so ein Sturm wirkt wunder, der macht den Kopf schnell wieder frei, auch ohne Aspirin. ;-)

Montag, 19.05.2003, 10.33 Uhr – Das Ende ist nah – aber nur für den Shetland-Trip.

    Tja, heute Abend um 18.00 Uhr GMT heißt es schon wieder Abschied nehmen von den Shetlands. Dann geht es mit MV "Hrossey" von Northlink weiter nach Kirkwall auf den Orkneys.

    Die gestrige Tour mit See Shetland Tours war klasse.

    Ich war der einzige Teilnehmer, so dass Sarah die Tour exklusiv für mich durchführte.

    Es ging in den Norden von Mainland; bei dieser Tour konnte man sehr schön erkennen, wie vielseitig die Insel ist - in Ufernähe grün, voller Weiden; wenn man höher kommt dann Torfmoore; und schließlich schroffe Gipfel. Dazu atemberaubende Klippen am Meer.

    Aber Sarah zeigte nicht nur die Landschaft, sie konnte auch viel über Geschichte, Politik, Kultur der Insel erzählen, so auch über den Reichtum der Shetlands dank Nordseeöl und Fischfarming, aber auch über die damit verbundenen Probleme, vor allem im Bereich des Umweltschutzes.

    Doch, die Tour war klasse, und auch wenn sie mit 30 GBP nicht billig war, so war sie dies auf jeden Fall wert.

    Ich werde jetzt gleich die Fähre über den Bressay Sound nehmen und mal schnell auf die Nachbarinsel Bressay fahren, um dort ein bisschen zu  wandern, ehe es heut Abend dann nach Kirkwall geht.

Montag, 19.05.2003, 16.26 Uhr – Der restliche Urlaub ist geplant

    So, es steht fest, wie es von nun an bis zum Ende meines Schottland-Trips weitergeht.
                                          
    War mal wieder gar nicht so einfach. Wie so oft bei früheren Reisen kamen mir mal wieder die berüchtigten Bank Holidays in die Quere, jene ominösen "Feiertage", die es ganz ohne besonderen Anlass in Großbritannien und Irland gibt. Eigentlich sollte ich es ja inzwischen wissen, dass die immer im Mai fällig sind, aber wieder hab ich nicht dran gedacht.
                                          
    Über die Bank Holidays ist es immer recht schwierig, eine Unterkunft zu finden, da da viele Leute verreisen wollen. Aber letztlich hat es doch geklappt

    Heut Abend also geht es per Fähre von Lerwick auf den Shetlands nach Kirkwall auf den Orkneys. Dort bleib ich drei Nächte, (19. auf 20., 20. auf 21. und 21. auf 22.). Am 22. kommt dann ein langer Reisetag: zuerst per Bus von Kirkwall zum Fährhafen nach Stromness, von dort per Northlink-Fähre MV "Hamnavoe" nach Scrabster auf dem schottischen Festland, weiter per Citylink-Bus nach Inverness und von dort weiter per Bus oder Bahn nach Aberdeen (alles in allem ca. 10 Stunden Reisezeit). In Aberdeen bleib ich dann ebenfalls drei Nächte (22. auf 23., 23. auf 24., 24. auf 25.). Dann geht es für zwei Nächte (25. auf 26. und 26. auf 27.) nach Pitlochry in die Highlands, ehe ich dann am 27. nach Edinburgh zurückfahre, wo ich vom 27. auf den 28. nochmal im Eglinton Youth Hostel übernachte, ehe es am 28. abends zurück nach Deutschland geht.

    Die jetzige Planung bedeutet auch, dass ich endlich weiß, wo ich den diesjährigen inoffiziellen schottischen Nationalfeiertag ;-) zelebrieren kann.

    Ich spreche in Rätseln? Gaaaaaaanz einfach, am 21.05.2003 findet in Sevilla das diesjährige UEFA-Cup-Finale statt. Und da spielt der FC Porto gegen CELTIC GLASGOW!!!
                                          
                                           "HAIL, HAIL, THE CELTS ARE HERE!
                                           WHAT THE HELL DO WE CARE!"
                                        
    Das Spiel werd ich mir gemütlich in einem Pub anschauen und dann mit den lokalen Celtic-Supporters zusammen den Sieg der Bhoyz feiern.

    In Pitlochry hab ich vor, ein bisschen zu wandern. Die Gegend dort in den Highlands soll sehr schön sein. Und wenn ich schon da bin, dann könnte ich gleich noch die Edradour- und die Blair Athol-Distillery besuchen, oder? *g* Slainte!

    Na ja, und Edinburgh ist schon fast traditionell der Schlusspunkt meiner Schottland-Reisen.
                                          
    Ich denk, das werden noch ein paar schone Tage. *freu*

    Wie schon im letzten Eintrag erwähnt, wollte ich heute auf die Insel Bressay, 5 Minuten mit der Fähre von Lerwick weg. Da war ich auch und hab dort eine nette kleine Wanderung zum Leuchtturm, der die Einfahrt in den Bressay Sound und damit in den wichtigen, sehr gut geschützten Hafen von Lerwick markiert, gemacht.

    Demnächst werd ich dann noch schnell ein paar Lebensmittel einkaufen gehen, ehe ich meinen Rucksack im Hostel abhole und mich auf dem Weg zum Ferry-Terminal mache.

    Bye, Lerwick! Bye, Shetlands! I will come back again, I promise!

Dienstag, 20.05.2003, 11.40 Uhr – In Kirkwall

    Nach rund 5 1/2 Stunden auf der Fähre bin ich kurz vor Mitternacht in Kirkwall, der Hauptstadt der Orkneys,  gelandet. Die Überfahrt war recht lustig, da viele Celtic-Supporters auf dem Weg zum UEFA-Cup-Finale in Sevilla an Bord waren, so dass an Bord der "Hrossey" der ein oder andere Rebel Song erklang. War fast wie im Brazen Head.

    Bin jetzt auf dem Weg vom am Stadtrand gelegenen Youth Hostel in die City von Kirkwall.

    Werde dort erst mal die Tourist Information aufsuchen, um mich über die Fahrpläne der lokalen Busse zu informieren, denn ich muss ja wissen, wie ich da hinkomme, wo ich hin will, z.B. zu folgenden Zielen:

    Skara Brae

    Mine Howe

     

Dienstag, 20.05.2003, 17.36 Uhr – Interessantes in Kirkwall

    So, da bin ich wieder. Habe mir, wie ich es angekündigt hatte, Kirkwall angeschaut.

    Besonders beeindruckend ist auf jeden Fall die große St. Magnus-Cathedral sowie die imposanten Ueberreste des Earl's Palace.

    Ausserdem war ich gleich noch in zwei Museen, dem Kirkwall Museum, welches sich mit der Geschichte der Stadt bzw. der Inseln befasst, sowie im Kirkwall Wireless Museum, wo es um Funk und Radio geht (ausgehend von der Marinefunkerei, die ja in Kirkwall aufgrund der Nähe zu Scapa Flow als wichtigem britischen Kriegshafen in beiden Weltkriegen eine große Bedeutung hatte).

    Und dann war ich noch in der Scapa Distillery. Nachdem ich 1997 schon die Brennerei von Highland Park besichtigt hatte, kenne ich nun also beide Distilleries auf Orkney. Scapa ist bei weitem nicht so für den Tourismus hergerichtet wie Highland Park. Es gibt kein Visitor Centre oder so. Aber wenn man hingeht, nett fragt und sich als Whiskyliebhaber aus dem Ausland zu erkennen gibt, dann führt einem der Geschäftsführer selbst durch die Brennerei und lädt einem in sein Büro- zu ein paar guten Drams of Whisky ein (so ging es zumindest mir).

Mittwoch, 21.05.2003, 15.31 Uhr – Auf Hoy

    Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln (Bus und Fähre) fuhr ich deshalb auf die Insel Hoy, um dort ein bißchen zu wandern. Dort kann man sehr schön auf den Klippen entlanglaufen und dabei Bird Watching betreiben.

     

    Ausserdem war ich dort auf Hoy noch im Scapa Flow Visitor Centre, welches sich mit der Geschichte von Scapa Flow als Marinestützpunkt im 1. und 2. Weltkrieg - und natürlich auch mit der Selbstversenkung der deutschen Hochseeflotte 1919 - befasst.

    Gleich werde ich mich noch zur Highland Park Distillery aufmachen.

    Heute Abend werd ich mir dann in einem Pub das UEFA-Cup-Finale Porto vs. Celtic anschauen und das ein oder andere Bierchen auf den Sieg der Bhoyz trinken.

    Da wir grad bei Celtic sind: Kaum zu glauben, aber hier in Kirkwall sah ich doch heute einen Typen in einem Trikot der Huns rumlaufen. *schauder*

    Dem Typen sei folgendes gesagt: "One Team in Glasgow, there's only one team in Glasgow!". *fg*

    Tja, und morgen heißt es dann tatsächlich schon wieder Abschied nehmen von Kirkwall, denn es geht zurück auf das schottische Festland, diesmal mit MV "Hamnavoe" von Northlink.

     

Mittwoch, 21.05.2003, 17.44 Uhr – Slainte!

    Slainte (gälisch für Prost)!

    War eben wie angekündigt in der Highland Park Distillery. Wenn ich schon auf Orkney bin, komme ich ja kaum dran vorbei, bei den Herstellern meines Lieblingswhiskies vorbeizuschauen. :-)

    Als ich dann der Führerin erzählte, dass ich ein großer Highland Park-Liebhaber bin, zahlte sich das gleich wieder aus, denn neben der bei der Führung üblichen Probe des "normalen" 12-jaehrigen Highland Parks bekam ich dann gleich noch zwei großzügig bemessene Extraportionen, den 15- und den 18-jaehrigen. Den 18-jaehrigen hab ich ja auch daheim, aber der 15-jaehrige war Neuland für mich. Lecker!

Teil 1

Teil 3


Copyright by Alexander Mühl, Kontakt via Mail oder via Gästebuch

[START] [NEWS] [ÜBER MICH] [SEGELN] [IRLAND] [KANADA] [SCHOTTLAND] [Alba-Galerie 1997] [Alba-Galerie 2003] [Alba 2003/1] [Alba 2003/2] [Alba 2003/3] [SCHWEDEN] [PROTEST] [SONNE] [IM EINSATZ] [TIPPS & TRICKS] [NACHDENKLICHES] [LINKS] [DISCLAIMER]