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Alexanders Website - ALBA 2003/3

Letzte Änderung dieser Seite: 05.06.2003

Schhottland 2003 – Ein Reisetagebuch - Teil 2 (Im Original veröffentlicht als Weblog bei www.20six.de)

Donnerstag, 22.05.2003,  19.45 Uhr – Es hat nicht sollen sein

    Schade, schade, schade! In der Verlängerung verlor Celtic gestern Abend das UEFA-Cup-Finale gegen Porto mit 2:3 durch Silver Goal. Aber egal, jetzt heißt es nach vorne schauen und den Huns im Endspurt die Meisterschaft zu entreißen.
                                                  
    Ich bin groggy - nein, nicht vom Cider gestern Abend im Pub, sondern von 10 Stunden Unterwegssein, mit Bus, Fähre, nochmal Bus und dann Zug. Bin jetzt wieder in der JuHe in Aberdeen. Werde gleich noch was kochen und dann früh ins Bett gehen.

Donnerstag, 22.05.2003, 22.41 Uhr – Morgen und übermorgen

    So, habe eben mal die Fahrpläne gewälzt und weis nun, was ich die nächsten Tage tun werde.
                                  
    Morgen fahr ich mit dem Bus nach Dunnottar Castle bei Stonehaven; das soll eine der schönsten Ruinen überhaupt in Schottland sein, auf einer Klippe über dem Meer.
                                  
    Und übermorgen geht es nach Peterhead. Chrissie, eine Brieffreundin von mir aus Deutschland, hat dort einen Brieffreund und hat mich gebeten, bei ihm vorbeizuschauen, wenn ich in der Nähe sein sollte, um ein aktuelles Foto von ihm zu machen. Werd ihn morgen mal anrufen...

    Und jetzt ruft mein Bett. Gute Nacht.

23.05.2003, 11.40 Uhr – News from Aberdeen

    Es gibt doch noch mal ein paar Änderungen in meinen Reiseplänen. Ich werde nun doch nicht wie weiter unten geschrieben am Samstag für zwei Tage nach Pitlochry reisen. Stattdessen fahre ich von Aberdeen aus direkt nach Edinburgh.

    Warum das?

    Nun, ganz einfach, ich habe gestern durch eine schottische Zeitung erfahren, dass über das verlängerte Wochenende (am Montag ist ja Bank Holiday) in Edinburgh das "Festival of the sea" stattfindet. Es handelt sich dabei um ein großes maritimes Event in Leith, dem Hafen von Edinburgh. Dort werden u.a. auch verschiedene Großsegler sein, z.B.:

    "Christian Radich" aus Norwegen

     "Pogoria" aus Polen

    "Dar Mlodziezy" aus Polen

    "Artemis" aus den Niederlanden

     Na ja, und das ich da als Shiplover hin muss, ist ja klar, oder? Insofern hab ich jetzt umgebucht und fahr am Sonntag direkt von Aberdeen nach Edinburgh, wo ich dann drei Nächte im Eglinton Youth Hostel bleibe, ehe ich am Mittwoch nach Hause fliege.

Freitag, 23.05.2003. 16.26 Uhr – Dunnottar Castle

    So, bin zurück von Dunnottar Castle. Die Ruine ist wirklich atemberaubend - auf einer Klippe über der Nordsee, nur durch einen schmalen Weg vom Festland erreichbar. Ich denk, das Castle war früher sehr gut zu verteidigen.

     

    Bin grade eben mit dem Local Bus wieder in Aberdeen angekommen; werd jetzt mal eine Buchhandlung aufsuchen, da mir langsam die Lektüre ausgeht. Passend zu Schottland wird ich mir den ein oder anderen Roman aus der "Inspector Rebus"-Reihe von Ian Rankin auf Englisch holen; diese wirklich guten Krimis spielen ja in Edinburgh.

Samstag, 24.05.2003, 10.21 Uhr – Werd dann mal demnächst nach Peterhead fahren

    War noch ein netter Abend gestern. Zusammen mit einem deutschen Pärchen, einem Belgier und einer Kanadierin hab ich eine kleine Pubtour gemacht. Die Auswahl an Pubs ist in Aberdeen ja recht groß, wobei man eher die modernen, chrom- und neongeschmückten Varianten findet. Die richtig gemütlichen Pubs findet man doch eher auf'm Land.

    Wenn ich hier am Rechner in der Tourist Information fertig bin, werd ich mal wieder zum Busbahnhof tigern. Will ja heute nach Peterhead, ca. 30 Meilen nördlich von Aberdeen.

Samstag, 24.05.2003, 16.07 Uhr – Zurück aus Peterhead

    Bin schon wieder zurück aus Peterhead. Der Trip war, ehrlich gesagt, ein Griff ins Klo. :-(

    Meine Brieffreundin Chrissie hatte mich ja gebeten, ihren Brieffreund in Peterhead aufzusuchen und u.a. aktuelle Fotos von ihm zu machen, weil sie ihn schon jahrelang nicht gesehen hat. Seit gestern Abend hatte ich immer wieder versucht, ihn unter den beiden Nummern, die Chrissie mir gegeben hat, zu erreichen. Leider vergebens.

    Ausserdem wollte ich in Peterhead noch ins Marine Herztage Center, aber das hatte wegen Renovierungsarbeiten zu. Ansonsten ist Peterhead nicht wirklich toll. Viel zu sehen gibt es nicht, der angeblich ach so schöne Hafen ist ein steriler, gesichtsloser Industriehafen, die ganze Stadt scheint nach Fisch zu stinken - wenigstens daran merkt man, dass es ein Fischereihafen ist. ;-)

    Dann gibt es noch eine Pier für Offshore Supply Services, also für solche Teile (genau von der Reederei, von deren Website ich die Bilder habe, also von Maersk/A.P.Moeller Group, lagen einige Schiffe gerade in Peterhead an der Pier):

    Nun ja, diese Schiffe waren noch das interessanteste in Peterhead. Ich geb ja zu, dass ich ein Faible für Schiffe habe, und gerade für solche Spezialschiffe wie die Plattform Supply Vessels oder Anchor Handling Tugs kann ich mich schon begeistern, da diese wendigen Kraftprotze schon Meisterwerke der Schiffbaukunst sind.

Samstag, 24.05.2003, 17.08 Uhr - Das darf ja wohl nicht wahr sein *aufreg*

    Warum das?

    Nun, ich war eben grade noch in der City von Aberdeen shoppen. Auf einmal hörte ich in der Ferne Musik. Dachte zuerst, es wären Straßenmusiker, aber dann erkannte ich die Melodie; es war "The sash"!

    Ich bin ja nun schon oft genug in Irland incl. der britisch besetzten Six Counties und in Schottland unterwegs gewesen, aber das musste ich zum Glück noch nicht erleben - zumindest bis heute. Durch die Aberdeener Innenstadt zog eine Parade des schottischen Ablegers des Orange Order...

      ... so richtig komplett: vorneraus eine Art Tambourmajor, dann eine Flute Band, zwei oder drei Lambegs, ein Haufen älterer Herren mit Anzug, Melone, Regenschirm und Schärpe und ein Haufen von Typen, die wie Schläger aussahen, wahlweise im Skinhead-Outfit oder im Rangers-Trikot. Dazu kamen die üblichen hasserfüllten Parolen und Gesaenge.
                                              
    Echt, ich glaub es nicht! Eine Sectarian Parade mitten in Aberdeen...
                                              
    Daß diese Typen die Zeichen der Zeit noch nicht erkannt haben, ist ja leider bekannt. Wer hemmt den momentan den Peace Process in den Six Counties? Die Republikaner wohl kaum. Die IRA hat zugestimmt, ALLE ihre Waffen unbrauchbar  zu machen. Und was kommt von den loyalistischen Paramilitärs? Nix! Klar, UDF, UVF, UFF, etc. wollen gar keinen Frieden - sie wollen nur, daß das republikanische Lager alle Waffen abgibt, damit sie mit ihren verbleibenden Arsenalen dann das Land beherrschen können. Diese Betonköpfe wollen keine Gleichberechtigung für die Republikaner!

Sonntag, 25.05.2003, 15.25 Uhr – Edinburgh im Regen

    So, bin in Edinburgh angekommen und hab in der Jugendherberge Eglinton eingecheckt. Schade, hier regnet es grade. Hoffe, daß es bald besser wird, da ich ja noch nach Leith zum Festival of the sea will.

Sonntag, 25.05.2003, 18.38 Uhr – Festival of the sea

    So, das Wetter hat doch noch mitgespielt, so konnte ich bei strahlendem Sonnenschein das "Festival of the sea" besuchen. Von der ganzen Art her erinnerte es durchaus an die deutschen Hafenfeste. Neben den schon in einem früheren Eintrag erwähnten Grosseglern gab es noch jede Menge anderer Schiffe und Boote (Navy, Coastguard, RNLI, Northern Lighthouse Board, Fischerei, etc.) zu besichtigen. Dazu kamen jede Menge Infostände an Land mit Themen, die mehr oder weniger viel mit der Seefahrt zu tun hatten. Und natürlich gab es die obligatorischen Fress- und Saufstände.

    Ein Wesentlicher Unterschied zu den Hafenfesten in Deutschland war allerdings, dass man hierzulande Eintritt verlangt - und zwar nicht wenig. Ein Erwachsener zahlte stolze 15 GBP, das entspricht etwa 20 EUR. DAS ist schon ein happiger Preis, find ich. Gut, dafür kostete die Besichtigung der einzelnen Schiffe nicht extra, aber trotzdem...
                              
    Bei den Vorführungen auf dem Wasser lag der Schwerpunkt bei der Royal Navy und den Royal Marines. Na ja, das find ich natürlich nicht so gut, aber die Briten sind halt leider ganz vernarrt in solche Shows mit militärischem Charakter.
                                            
    Jetzt tiger ich mal ins Hostel zurück, was zum Abendessen kochen.

    Morgen werd ich vermutlich mit dem Bus nach Glasgow fahren und dort ein wenig Sightseeing betreiben.

Montag, 26.05.2003 – Ein Tag in Edinburgh

    Bin schon den ganzen Tag in der Old Town, also auf dem Castle Rock und südlich davon, unterwegs. Diese Stadt ist einfach wunderschön. Man entdeckt hier immer wieder etwas Neues. Verlässt man die ausgetretenen Touristenpfade rund um die Royal Mile, dann kann man sich sehr gut vorstellen, wie hier das Leben vor ein paar Jahrhunderten war.

    Ausserdem ging ich heute in den Untergrund. :-) Ich hab nämlich eine geführte Tour mitgemacht, die nach unten ging. Es ist schon komisch, wenn man sieht, dass es unter dem heutigen Edinburgh alte Gebäude und sogar ganze Straßenzüge gibt, über die man einfach drübergebaut  hat. Die Tour war auf jeden Fall sehr, sehr interessant.
                                              
    In der Jugendherberge ist mir heute morgen ein interessanter Prospekt in die Hände gefallen, so dass ich morgen wohl nach Falkirk fahren werde - nein, nicht wegen der Schlacht, die dort damals von den Schotten gegen die Engländer geführt wurde. Vielmehr gibt es dort etwas, was immer wieder als 8. Weltwunder bezeichnet wird, das Falkirk Wheel, das modernste Schiffshebewerk der Welt .

    Aber gut, wenn ich schon nach Falkirk fahre, dann kommt jetzt in Erinnerung an das Battle of Falkirk noch etwas passende Lyrik von Robbie Burns (auch wenn das Gedicht eigentlich um das Battle of Bannockburn geht):

      Scots! wha hae wi' Wallace bled,
      Scots! wham Bruce has aften led,
      Welcome to your gory bed,
      Or to victory!
                                                
      Now's the day, and now's the hour;
      See the front o' battle lour:
      See approach proud Edward's power                                 
      Chains and slavery!

      Wha will be a traitor knave?
      Wha can fill a coward's grave?
      Wha sae base as be a slave?
       Let him turn and flee!
                                                
      What for Scotland's king and law
      Freedom's sword will strongly draw?
      Freeman stand, or freeman fa'?
      Let him on wi' me!

      By oppression's woes and pains!
      By your sons in servile chains!
      We will drain our dearest veins,
      But they shall be free!

      Lay the proud usurpers low!
      Tyrants fall in every foe!
      Liberty's in every blow! -
      Let us do or die!

    Ach ja, ich habe mir heute einen Kilt gekauft! *freu*

    Der Tartan, den ich eigentlich wollte, nämlich der von McLeod of Harris, war leider nicht vorrätig, aber ich denke, dass Wallace auch nicht verkehrt ist, allein schon in Erinnerung an den grossen William "Braveheart" Wallace.

Dienstag, 27.05.2003, 17.06 Uhr – Falkirk und Glasgow

    So, bin wieder von meinem Daytrip nach Falkirk und Glasgow zurück.

    Zuerst ging es mit ScotRail nach Falkirk. Wie gestern geschrieben, wollte ich mir unbedingt das Falkirk Wheel (www.thefalkirkwheel.co.uk), ein Meisterwerk der Ingenieurkunst, anschauen. Es handelt sich dabei um das weltweit erste Schiffshebewerk, welches die Schiffe mittels eines Rades befördert. Faszinierend.
                                          
    Weiter ging es dann per Zug nach Glasgow, wo ich zuerst ein bisschen bummeln ging. Da ich am Celtic-Store vorbeikam, musste ich da natürlich reinschauen. Und da Celtic-Fanartikel hier deutlich billiger als daheim in Deutschland sind, schlug ich gleich zu: einmal das Home-Trikot (also die Original-Hoops) der kommenden Saison mit der Carling-Werbung und einmal im Ausverkauf das Away-Trikot (in gelb) der noch laufenden Saison mit der NTI-Werbung drauf.
                                          
    Und da ich sowieso schon in Glasgow war, machte ich noch einen Abstecher zum Celtic Park und machte dort eine Führung mit, incl. Besuch der "Katakomben", also der Kabinen (wo ich natürlich gleich auf dem Platz von Henke Larsen Platz nahm *g*), und des "Heiligen Rasens".
                                          
    Heut Abend werd ich noch eine Runde durch die Pubs ziehen, morgen noch ein paar Souvenirs besorgen, ehe es morgen Abend dann heimwärts geht.

Mittwoch, 28.05.2003 – 23.45 Uhr – Wieder daheim

    So, bin wieder da - mit 20 Minuten Verspätung kam die D-AVRL

    in FRA an. Auch das Abholen des Mietwagens klappte problemlos, so daß ich gut daheim ankam.
     

Teil 1

Teil 2


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