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Éireann 2001/1

Letzte Änderung dieser Seite: 24.04.2003

Éireann 2000 - 30.05.2000 - 14.06.2000 - Teil 1 - Von Shannon Airport nach Dingle

Alternativer Titel: Von  toten Fischen, stinkenden Desinfektionsmatten und nervenden Hunden...

Die Vorgeschichte

Januar 2001 - Die Urlaubsplanung stand an. Nachdem es mir im Jahr 2000 auf der Grünen Insel so gut gefallen hatte, war klar, daß ich da in 2001 wieder hin wollte. Wie's der Zufall so wollte (sofern es denn überhaupt so was wie Zufälle gibt, was ich ja bezweifle), hatte auch meine "Kleine Schwester", die Kleine Hexe Tanja, nach langen Jahren der Abstinenz vor, dorthin zu gehen. Und da ihr Freund Wolfi weder Zeit noch Geld hatte, beschlossen wir, daß wir ja eigentlich gemeinsam fahren könnten.

Ein Termin Anfang Mai war auch schnell gefunden. Jetzt ging es um die Frage, wie wir denn hinkommen würden? Auto und Fähre? Zug? Aber halt, es gab da ja noch die günstige Alternative: Ryanair, "The low fare Airline" - schnell war der Flug - für Ryanair-Verhältnisse sehr teuer für 250 Mark - gebucht. Vom Provinzairport Hahn/Hunsrück sollte es nach Shannon gehen.

Der 1. Tag - 30.04.2001

Kurz vor 18.00 Uhr sollte unser Jet gen Irland abheben. Rechtzeitig vorher hatten wir uns auf dem Hahn verabredet - immerhin sollte Tanja das erste Mal in ihrem Leben in einem Jet fliegen, da will man ja nicht in Hektik verfallen. Fast pünktlich startete unsere Ryanair-typische Boeing 737 gen Shannon. Über die Landung möchte ich hier mal keine Worte verlieren - sagen wir es einfach so: Daß der Pilot keinen Applaus bekam, lag sicher nicht nur daran, daß alle an Bord so wie ich diese Unsitte des Applauses einfach nur für unnötig hielten. *g* Am Airport erwartete uns dann auch schon die erste Desinfektionsmatte - ja, es war nicht zu übersehen, daß in Irland zu der Zeit "Foot and mouth disease" herrschte. Unzählige solcher stinkender Matten sollten noch folgen...

Da wir ja erst abends in Shannon ankamen, war an dem Tag keine große Weiterreise mehr möglich. Nur bis nach Limerick konnten wir noch gelangen. Nun ist die Stadt mit dem gleichnamigen Fünfzeiler ja nicht gerade sonderlich attraktiv. Man könnte fast meinen, daß der Autor des bekannten irischen Songs "Dirty Old Town" beim Dichten an Limerick gedacht hatte. Um nicht die erste Nacht bereits unter einer Brücke zu verbringen, hatte ich bereits vorab einen Private Room in der Àn Òige-Jugendherberge gebucht. Dank Internet und Kreditkarte ist das ja heutzutage kein Problem. Groß war das Zimmer nicht wirklich - mit dem Rucksack auf'm Rücken umdrehen war schlichtweg nicht möglich. Die Betten waren auch nicht sonderlich bequem, aber egal, man hat ja keine so hohen Ansprüche. Dafür war die Begrüßung um so netter. Die bayrische (!) Mitarbeiterin der Jugendherberge konnte sich sogar noch an mich erinnern, obwohl mein letzter Besuch schon ein Jahr her war.

Ein Irland-Urlaub will natürlich stilecht mit einem Pint - oder auch mehreren - begonnen werden. So begaben wir uns also ins Dolan's, das gemütliche Pub unten am Hafen. Wenn es in einem Pub schon einen Tisch mit dem Schild "Reserved for musicians" gibt, dann ist wohl klar, daß dort fast jeden Abend Live-Musik geboten wird. Der Alte, der mir letztes Jahr schon durch sein eigenwilliges Percussion-Spielen aufgefallen war, war auch dieses Jahr wieder da. Bei lecker Cider und Stout konnte der Irland-Urlaub also richtig beginnen...

Der 2. Tag - 01.05.2001

"Nix wie weg aus Limerick", so lautete das Motto für den heutigen Tag. Doch ganz so schnell kamen wir dann doch nicht weg, da der Bus nach Tralee erst gegen Mittag fuhr. Also setzten wir uns eine Runde in den Park gegenüber der Jugendherberge. Während Tanja sich ihrem "Lord of the rings" widmete, packte ich meine - übrigens sehr empfehlenswerte - Urlaubslektüre aus: "Mein irisches Tagebuch" von Ralph Giordano - eine sehr persönliche Beschreibung der Grünen Insel. Dort im Park machten wir auch unsere erste Bekanntschaft mit der Spezies "Nervender irischer Hund". *g*

In Tralee machten wir uns erst mal auf die Suche nach einer Unterkunft. Das erste Hostel, welches wir ansteuerten, war voll, aber dort gab man uns den Tip, es doch mal in der "Court House Lodge" zu probieren, was wir dann auch taten. Das Hostel war noch nicht lange eröffnet. Da auch der Staff total nett war, fühlten wir uns da wirklich wohl.

Eigentlich wollten wir ja an den berühmten Strand von Tralee (gälisch: Trá Li = Weißer Strand) aufsuchen, aber es stellte sich heraus, daß der tierisch weit außerhalb war. Also entschieden wir uns für Alternative B: Einen Besuch im Museum "Kerry the kingdom", welches sich mit der irischen Geschichte im Allgemeinen und der Geschichte des Kingdom of Kerry im Allgemeinen befaßt. Das Museum besteht aus drei Teilen: Zuerst kommt eine Multivisionsshow, welche in beeindruckenden Bildern, untermalt von phantastischer Musik, die Schönheit des irischen Südwestens zeigt. Danach folgt der historische Teil, angefangen bei Waren aus der Bronzezeit bis hin zu einer Mütze von Michael Collins. Der dritte Teil besteht aus einem Nachbau des mittelalterlichen Tralee, durch den man in kleinen Wagen gekarrt wird.

Nach dem Museumsbesuch machte sich langsam der Hunger bemerkbar, so daß wir zum ersten, aber noch lange nicht zum letzten Mal während des Irland-Trips toten Fisch kauften.

Nach der Mahlzeit ging es dann, wie kann es auch anders sein, in ein nettes Pub, wo es auch wieder richtig gute Live-Musik gab. Und auch die Pints schmeckten wieder lecker.

Der 3. Tag – 02.05.2001

Endlich raus! Nach 2 Tagen Stadt war es allerhöchste Zeit, endlich mal in die Pampa rauszukommen. Wer fährt schon wegen der Städte nach Irland? Die Halbinsel Dingle war unser Ziel. An der Bus Station von Tralee kam es dann zu Gelächter, als Tanja und ich unsere „Single to Dingle“-Tickets orderten. Und dann ging’s auch schon los – im typisch-irischen Heizer-Busfahrer-Stil. Ja, die Jungs tun wirklich alles, um ihren Fahrplan einzuhalten. Die vielen Sprünge und Löcher in den Frontscheiben sind somit nicht weiter verwunderlich. Eigentlich fehlten nur noch die Bißspuren in den Vordersitzen, wo sich die gequälten Passagiere festgebissen haben. *g*

Nach einer Heizerei quer über den Gebirgszug in der Mitte von Dingle kamen wir auch schon in Dingle Town an. Der Shuttle Bus vom Rainbow Hostel wartete auch schon. Das nenn ich Service! Tanja kannte das Rainbow noch von ihrem letzten Irland-Trip. Und sie hatte damit eine gute Wahl getroffen. Das Hostel kommt durchaus an sein namensgleiches Gegenstück in Doolin ran. Gemütliches Ambiente, nette Leute und ein Touch einer eigentlich längst vergangenen Hippie-Zeit laden förmlich zu einem längeren Aufenthalt ein. Und auch die beiden Hostel-Hunde Tato und Sonas betteln immer wieder um Knuddel-Einheiten. Das Hostel liegt ein bißchen außerhalb von Dingle Town; will man in die Stadt, muß man etwa 20 Minuten laufen...

... was wir natürlich auch gleich wieder ausprobieren mussten. Schließlich mußte ja noch der frische Fisch für’s Abendessen eingekauft werden. Und auf dem Rückweg wollten wir uns dann noch mal schnell mit den lebenden Brüdern unseres Abendessens befassen. Also schauten wir im Oceanworld Aquarium rein. Es ist schon interessant, wenn man sieht, welche Vielfalt an Meeresgetier es im Nordatlantik gibt.

Abends schwächelte Tanja dann ein bißchen. Aber nein, ich mußte nicht allein losziehen. Im Hostel fand ich genügend Leute, die Lust hatten, mit mir eine kleine Pubtour zu starten.

Der 4. Tag – 03.05.2001

Chaos! Irgendwie hab ich immer das Glück, daß ich gerade an Bank Holiday Weekends in Irland oder Schottland unterwegs bin. Und wer sich in den betreffenden Ländern mit dem Öffentlichen Personenverkehr auskennt, der weiß, daß das dann immer Probleme mit sich bringt. An Bank Holidays fahren nämlich kaum Busse... Wenn man dann noch im Tourist Information Office andere Auskünfte als direkt bei Bus Eireann kriegt, ist das Chaos perfekt. :-(

Was war passiert? Wir machten uns Gedanken, wo wir denn von Dingle aus hinfahren wollten. Tanja wollte unbedingt auf die Beara-Halbinsel, weil sie zu einem bestimmten Termin „ihren“ Steinkreis besuchen wollte (dazu später mehr). Na ja, und der Weg dahin gestaltete sich etwas problematisch. Irgendwie schafften wir es dann doch noch, ohne die Hilfe von Tourist Information und Bus Eireann eine Route auszubaldowern: Von Dingle über Cork nach Castletownbere auf Beara – Luftlinie vielleicht 50 km, aber für uns eine Busfahrt von mehreren 100 km mit Zwischenübernachtung in Cork. :-(

Auf den Schock war dann erst mal ein gutes Mittagessen im Pub notwendig. Es gab – na was wohl? – Fish’n’Chips und frische Dingle Bay Mussels.

Für Mittags hatten wir uns dann vorgenommen, eine Bootstour zu den Blasket Islands zu unternehmen. Sandra und Sven, ein Pärchen aus dem Ruhrgebiet, welches auch im Rainbow wohnte, kamen auch mit. Die Blaskets sind die westlichsten Inseln Europas, danach kommen höchstens noch Eisberge und irgendwann Nordamerika.

 

 

Die Tour war sehr interessant. Zwar konnten wir auf den Blaskets nicht landen, dennoch schaffte es der Führer, uns nicht nur mit der Geschichte der Gegend vertraut zu machen, sondern uns auch noch die diversen Seevögel zu erklären.

Zur Stärkung gab’s danach natürlich wieder mal Fisch. *g*

Abends stürzten wir uns dann mit Sven und Sandra in das Nachtleben von Dingle. Im ersten Pub war die Musik wohl eher für Altersheimbewohner gedacht, aber im zweiten konnte man es dann gut aushalten – war zwar nicht ganz so typisch irisch, aber dafür gut – obwohl, eigentlich war es schon in gewisser Weise irisch, denn der Stil der Band erinnerte doch ein bißchen an die „Commitments“.


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