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Kanada 1999/1

Letzte Änderung dieser Seite: 24.04.2003

Kanada 1999 - Teil 1 - Von Toronto nach Ottawa

Samstag, 04.09.1999

Mit 
Delta Airlines fliegen Evi und ich von Frankfurt nach Cincinatti. Für mich war das ja der erste Transatlantik-Flug, aber auch Evi, die schon mehrfach - mit verschiedenen Airlines - nach Kanada geflogen ist, ist von Komfort und Service an Bord begeistert. Delta Airlines ist wirklich empfehlenswert!

In Cincinatti müssen wir umsteigen, und das bedeutet auch, daß wir die US Immigration passieren müssen. Na ja, ein notwendiges Übel - auch wenn manche der Fragen im Einreiseformular doch sehr lachhaft sind. Wenn ich vorhätte, in den USA terroristische Anschläge zu verüben, so würde ich das ja bestimmt in einem solchen Formular angeben. ;-) Einer der Immigration Officer muß übrigens früher Drill Sergeant bei den Marines gewesen sein - zumindest benimmt er sich so! Da werden Erinnerungen an "Full Metal Jacket" oder andere Vietnamfilme wach. ;-) Aber irgendwann ist auch dieses Hindernis gemeistert, so daß wir mit ComAir, einer Regional-Tochter von Delta, zum Lester B. Pearson International Airport in Toronto weiterfliegen können.

Nach Erledigung der Einreise-Formalitäten begeben wir uns zum Schalter von Hertz, um unseren bereits von Deutschland aus gebuchten Wagen abzuholen. Da in der gebuchten Kategorie nix mehr vorrätig ist, kriegen wir ein kostenloses Upgrade, so daß wir diesen

netten kleinen Wagen, einen Pontiac Grand Am, in Empfang nehmen dürfen. Die Kiste war wirklich toll, ausgestattet mit allem nur erdenklichem Luxus: Tempomat, 2 Airbags, ABS, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, CD-Player... Speziell der CD-Player sollte uns noch Probleme bereiten, doch davon später mehr. Mit unserem Auto machen wir uns dann auf zu Evis Tante im Torontoer Stadtteil North York, wo wir die ersten paar Tage verbringen wollen.

Sonntag, 05.09.1999 und Montag, 06.09.1999

Die ersten beiden Tage bleiben wir noch in
Toronto, der Hauptstadt der Provinz Ontario. Da in Kananda die meisten Geschäfte auch an Sonntagen offen haben (manche sogar rund um die Uhr), nutzen wir die Zeit für einen kleinen Einkaufsbummel. Insbesondere gilt es, unsere Campingausrüstung zu ergänzen. Total zufällig landen wir dann in einer Straße, in der tatssächlich vier Outdoor Outfitters direkt nebeneinander liegen. Und da einer dieser Läden die örtliche Niederlassung der Mountain Equipment Company, der besten - und auch der günstigsten - Outdoor-Handelskette, die ich kenne, ist, ist das auch kein größeres Problem.

Da wir eigentlich damit gerechnet haben, daß unser Mietwagen einen Cassetten-Recorder enthält, haben wir von zuhause einige Tapes mitgebracht. Tja, nun haben wir allerdings einen CD-Player im Wagen, und so gilt es, jetzt noch ein paar CD's zu organisieren. Schließlich werden wir auch fündig, so daß uns eine bunte musikalische Mischung aus Bruce Guthro (immerhin ein Kanadier), U2, Queen, Oasis, Barbara Streisand und dem Buena Vista Social Club durch Kanada begleitet. ;-) Bemerkenswert ist vielleicht noch, daß wir bei unserem Einkaufsbummel auch ein Kaufhaus betreten, daß wirklich auf eine lange Geschichte zurückblicken kann: "Est. 1670", so steht es auf dem Firmenschild des Kaufhauses
"The Bay". Bei dieser Firma handelt es sich um die berühmte Hudson's Bay Company, die maßgeblich an der Kolonialisierung Kanadas beteiligt war.

Toronto ist übrigens eine faszinierende Stadt: Menschen aller Nationalitäten geben ihr einen besonderen Flair, und auch die Mischung von alten Bauten im Kolonialstil und modernen Wolkenkratzern ist sehenswert:

Neben dem ausgiebigen Einkaufsbummel nutzen wir auch das gute Wetter, um einen Ausflug auf die Toronto Islands zu machen. Diese vor der Stadt im Lake Ontario liegenden, via Fähre schnell zu erreichenden, Inseln stellen das Naherholungsgebiet Torontos dar.

Dienstag, 07.09.1999 und Mittwoch, 08.09.1999

Nach zwei Tagen Großstadt ist es nun an der Zeit, endlich Natur zu erleben. Und so machen wir uns auf und fahren gen Norden, in den
Algonquin Provincial Park. Dieser 7.653 km² große Provinzpark umfaßt riesige Waldflächen, Hunderte von Seen und unzählige Flüsse und Bäche. Außerdem gibt es dort die verschiedensten Wildsorten, so z.B. Bären, Hirsche, Biber und

Leider können wir keines dieser Wildtiere sehen, dafür treffen wir einen Fuchs und massenweise total zutrauliche, aber rotzfreche, Eichhörnchen.

Als Ort für unser Quartier haben wir uns den "Lake of two rivers Campground" ausgesucht, der direkt am gleichnamigen See liegt. Dort schlagen wir also unser Zelt auf und genießen die damit verbundene Lagerfeuer-Romantik:

Im Algonquin Park gibt es viele wunderschöne, zum Teil aber auch beschwerliche, Trails. Wir haben uns den mit 12 km Wegstrecke längsten Weg, den Mizzy Lake Trail, herausgesucht. Im Reiseführer wurde empfohlen, dafür circa sechs Stunden Zeit einzuplanen. Zuerst denken wir, daß der Autor sich da wohl geirrt haben muß sechs Stunden für 12 Kilometer ist selbst für ungeübte Wanderer eine utopische Zeitschätzung. Aber eben nur dann, wenn man gut ausgebaute europäische Wanderwege gewöhnt ist. Am Ende sind auch wir 5 1/2 Stunden unterwegs. da es immer wieder über Stock und Stein geht. Belohnt werden wir aber durch eine wunderschöne Landschaft:

Die Lage unseres Campingplatzes direkt am See beschert uns übrigens auch den freien Blick auf einen der schönsten Sonnenaufgänge, die ich bisher gesehen habe (übertroffen wird er eigentlich nur noch durch den Sonnenaufgang, den ich 1994 auf dem Olmyp in Griechenland erlebt habe):

Donnerstag, 09.09.1999 und Freitag. 10.09.1999

Und schon wieder heißt es Abschied nehmen vom Algonquin Park. Im strömenden Regen bauen wir unser Zelt ab und packen das ganze Gerümpel in den Wagen. Spätestens jetzt bin ich froh, daß wir ein so großes Auto haben, denn darin sieht es inzwischen etwa so "ordentlich" aus wie auf meinem Schreibtisch in der DVG (wer mich kennt, der weiß, daß mein Wahlspruch zum Thema Ordnung "Ein Genie beherrscht das Chaos!" lautet). :-)

Auf dem Weg nach Ottawa machen wir noch einen kurzen Zwischenstop im Algonquin Park Logging Museum, um mehr über die Holzfällerei in dieser Region zu erfahren. Im Gegensatz zu anderen Gebieten ist hier kein Kahlschlag erlaubt, sondern nur ein selektiver Schlag. Andere kanadische Provinzen könnten sich hier ein Beispiel nehmen. :-(

Nach mehrstündiger Fahrt erreichen wir Ottawa, die Hauptstadt Kanadas - und wohl auch die einzige Stadt, die wirklich zweisprachig ist. Die dortige Jugendherberge

befindet sich übrigens im ehemaligen Gefängnis von Carlton County, und die Wohntrakte befinden sich in den ehemaligen Zellenblöcken. Wer also schon immer mal eine Nacht hinter Gittern verbringen wollte, ist hier genau richtig.

Am Abend unseres ersten Tages startet gleich der allwöchentliche Pub Crawl: haufenweise JuHe-Insassen machen sich zusammen auf den Weg, um die Kneipenszene von Ottawa zu erkunden - und all das unter der Führung von Terry, dem Manager der JuHe.

Am nächsten Tag sind zwar noch die Nachwirkungen des Pub Crawl zu spüren, aber trotz Hangover machen sich Evi und ich auf den Weg, um die Hauptstadt zu erkunden. Unser erstes Ziel ist dabei natürlich Parliament Hill, der Sitz der Regierung:

Und da nicht nur uns der Pub Crawl so gut gefallen hat, wird spontan am Abend wieder eine Kneip-Tour organisiert. Krönender Höhepunkt ist dabei der Besuch im Irish Pub, wo ein paar unserer Freunde sich bei Livemusik im Irischen Tanz versuchen.

Gerade bei unserem Aufenthalt in der JuHe in Ottawa zeigt sich übrigens wieder mal, welch großen Vorteil ein solcher Urlaub hat: man lernt unheimlich viele nette Leute kennen. Ja, Backpacker-Urlaub ist wirklich ein Beitrag zur Völkerverstädigung. An dieser Stelle viele Grüße an Terry, den Manager der Juhe; an John aus B.C.; an Justine aus Köln und an unseren Freund aus Eindhoven, dessen Namen ich leider vergessen habe.


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