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SCHOTTLAND

Letzte Änderung dieser Seite: 24.04.2003

Liebeserklärung an ein wunderbares Land

Über Schottland werden viele Geschichten erzählt: die Schotten sollen geizig, unfreundlich und streitsüchtig sein; in Schottland soll es immer nur regnen; die Schotten sind immer besoffen vom vielen Whisky, ...

Aber alle diese Geschichten stimmen nicht: ich habe selten ein gastfreundlicheres Volk als die Schotten kennengelernt - sicher, es dauert ein bißchen, bis man sich näherkommt, aber dann würden sie für einen durch’s Feuer gehen. Ich habe in Schottland schon das herrlichste Wetter mit strahlendem Sonnenschein und ohne eine Wolke erlebt - aber auch manchmal Regen. Und ein guter Whisky gehört einfach dazu!

Aber alles in allem ist Schottland für mich das Traumland schlechthin: auf der einen Seite die rauhe, wilde Einsamkeit der Highlands und Inseln, auf der anderen Seite die gemütlichen Pubs. Nette, kontaktfreudige Menschen, aber auch der stürmische Atlantik. Viele historisch interessante Denkmäler, aber auch Whiskybrennereien. Eine reiche Kultur mit alter Musik, Dichtung, Poesie, aber auch moderne Rockmusik, die trotzdem einen gälischen Einschlag hat.

Einige Informationen zu meinem Traumland möchte ich hier vermitteln:


Interessante Ziele

Ich teile meine Favoriten mal in drei Kategorien ein: "Must" sind Orte, die einfach zu jedem Schottland-Trip dazugehören; "Do" sind Orte, die mir persönlich sehr gut gefallen und die ich jedem nur empfehlen kann; "Perhaps" sind Orte, die man, wenn man denn mal in der Gegend ist, vielleicht mitnehmen kann, die aber meiner Meinung nach nicht ganz so wichtig sind.

    EDINBURGH - Must

    Will man die Geschichte Schottlands verstehen und spüren, so ist Edinburgh genau richtig. Um die Burg (Edinburgh Castle) und das Schloß (Holyrood House) drehte sich jahrhundertelang die Geschichte, hier lebte Mary Queen of Scots (Maria Stuart), hier werden heute noch die schottischen Kronjuwelen bewahrt. Aber Edinburgh ist mehr als Geschichte - es ist zugleich eine pulsierende, sehr junge Stadt, in der das Leben spürbar ist. Schlendere einfach durch die Gassen der Old Town, staune über die Eleganz der New Town, shoppe auf der Princess Street, geh in eines der Pubs, ...

    ISLE OF SKYE - Must

    Von den schottischen Inseln ist Syke wohl die abwechslungsreichste: Wilde Berge, bizarre Felsformationen, beeindruckende Steilküsten, historische Schlösser, nette Fischerdörfer laden zum Entdecken ein.

    MULL/IONA/STAFFA - Must

    Diese drei Insel an der Westküste, bequem mit der Fähre von Oban aus zu erreichen, bieten fast alles: schöne kleine Dörfer ( z.B. Tobermory auf Mull), geschichtliche Denkmäler (z.B. Iona Abbey auf Iona) und beeindruckende Naturschauspiele (z.B. Fingal's Cave auf Staffa).

    ORKNEY ISLANDS - D0

    Die Orkneys sind nicht typisch schottisch, nebenbei spürt man hier deutlich den skandinavisch-wikingischen Einschlag. Die Landschaft ist beeindruckend, die Menschen nett, auf den Insels geht man alles einen Schritt langsamer an.

    ÄUSSERE HEBRIDEN - Do

    Mein persönlicher Favorit ist hier die nördliche Doppelinsel Lewis/Harris - Lewis ist geprägt von Moor und Wasser, Harris von unwirtlichen Felsen. Besuch auf Lewis den uralten Steinkreis der Standing Stones of Calanish, spüre die Magie dieses Ortes.

    BORDERS

    Die meisten Schottland-Besucher kommen kaum in dieses Teil des Landes, ganz im Süden, an der Grenze zu England. Aber gerade hier berichten die Ruinen der vier großen Border-Abbeys Kelso, Jedburgh, Dryburgh und Melrose von den jahrhundertelangen Kämpfen zwischen Schottland und dem "Ould Enemy" England.

    INVERNESS - Do

    Das Tor zu den Highlands - bevor man sich in die Wildnis der Highlands begibt, kann man in Inverness, der gemütlichen kleinen Stadt an der Ostküste, noch einmal Zivilisation tanken.

    HALBINSEL FIFE - Do

    Auch hier spürt man immer wieder die Geschichte, z.B. in St. Andrews, wo nicht nur das Golf erfunden wurde. Ein nettes kleines Städtchen ist auch Dunfermline.

    EILEAN DONNAN CASTLE

    Nicht weit von der Brücke zur Isle of Skye entfernt liegt diese alte Burg, bekannt aus dem Film Highlander. Für  mich ist das eine der schönsten Burgen Schottlands.

    Perhaps

    LOCH NESS - Perhaps

    Da jeder das vermeintliche Monster sehen will, ist Loch Ness natürlich total überlaufen. Dabei ist die Landschaft dort gar nicht mal sonderlich spektakulär. Wenn Du dorthin willst, dann empfehle ich, nicht in die Touristen-Hochburg Drumnadrochit zu gehen, sondern an das Westende, nach Fort Augustus.

    FORT WILLIAM- Perhaps

    Fort William ist ebenfalls sehr stark touristisch überlaufen, aber ein Marsch auf den Ben Nevis, den höchsten Berg Großbritanniens, kann ich dennoch empfehlen.

    LOCH LOMOND - Perhaps

    "... where me and my true love will never meet again on the bonny, bonny banks of Loch Lomond" - eines der bekanntesten und traurigsten schottischen Lieder spielt hier. Wenn man von Norden kommend auf dem Weg nach Glasgow ist, sollte man hier schon vorbeischauen.

    STIRLING - Perhaps

    William "Braveheart" Wallace besiegte hier in der Gegend die Engländer im "Battle of Stirling Bridge" - für Geschichtsinteressierte deshalb fast Pflicht.


Anreise

    Am bequemsten ist sicherlich die Anreise per Flugzeug. Sehr zu empfehlen ist der billige Flug mit Ryanair von Hahn/Hunsrück nach Glasgow

    Als Alternative zur Anreise per Flugzeug gibt es noch die Möglichkeiten, per Eisenbahn oder per Auto anzureisen. Auf die Anreise per Zug möchte ich hier nicht näher eingehen, da es sich hierbei um eine halbe Weltreise handelt. Eine Anreise per Auto kann dann sinnvoll sein, wenn man auch in Schottland uneingeschränkt mobil sein will (siehe auch unter Fortbewegung). Hierbei ist jedoch zu bedenken, daß man dafür entweder durch den Euro-Tunnel fahren muß oder aber eine Fährüberfahrt buchen muß. Die stark frequentierten Kanalfähren sind für eine Reise nach Schottland nicht sinnvoll, da man zu weit südlich die britische Insel betritt. Es gibt jedoch Fährverbindungen von Rotterdam nach Newcastle mit
    DFDS Seaways; hier kommt man schon ziemlich nahe an die schottische Grenze. Außerdem gibt es inzwischen eine Fährverbindung von Zeebrügge in Belgien nach Rosyth in der Nähe von Edinburgh, die von Superfast Ferries betrieben wird.Erkundige Dich am besten im Reisebüro. Als abenteuerliche Alternative hierzu bietet sich an, von Bergen in Norwegen die Fähre auf die Shetland-Inseln zu nehmen. Von dort kann man dann per Fähre von Northlink in den schottischen Norden (nach Aberdeen oder Scrabster/Thurso) kommen


Fortbewegung

    Meiner Meinung nach braucht man in Schottland nicht unbedingt ein Auto, da man auch per Öffentlichem Personenverkehr fast überall hinkommt. Besonders zu erwähnen ist hier die Busgesellschaft Scottish Citylink. Mit ihren gelben Bussen, die im übrigen nicht mit deutschen Linienbussen zu vergleichen sind, sondern vom Komfort her eher wie Reisebusse sind, kommt man in die meisten Regionen des Landes. Besonders interessant sind die Busse, weil sie nicht nur an offiziellen Haltestellen halten, sondern, falls möglich, überall, wo ein Halt gewünscht wird. In erster Linie bietet Citylink Verbindungen zwischen den größeren Orten. Von dort aus sollte es meistens möglich sein, mit den regionalen Buslinien weiterzukommen. Eine Alternative hierzu stellt der Postbus dar, der auch die abgelegensten Gehöfte anfährt - meistens aber nur einmal täglich. Schwierig wird es per Bus eigentlich nur im Nordwesten des Landes.

    ScotRail, die schottische Eisenbahngesellschaft, stellt meines Erachtens keine Alternative zum Bus dar. Das Streckennetz ist extrem dünn. Zudem sind die Tickets teurer als beim Bus. Interessant wird ScotRail nur, weil es einige landschaftlich sehr schöne Strecken gibt, so z.B. die West Highland Line von Edinburgh über Fort William bis Mallaig. Insbesondere die Teilstrecke von Fort William bis Mallaig ist wirklich sehenswert. Die Fahrt führt durch das malerische Glenfinnan, über den Glenfinnan Viaduct, vorbei an unzähligen Lochs. Wirklich sehenswert!

    Sehr wichtig für die Fortbewegung in Schottland sind die Fähren. Da es unzählige Inseln gibt, von denen man unbedingt einige besuchen sollte, kommt man an Fährüberfahrten fast nicht vorbei. Die wichtigsten Reedereien sind
    Caledonian-MacBrayne, die zu den Inneren und Äußeren Hebriden fahren, sowie Northlink Ferries für Passagen zu den Orkneys und Shetlands. Dazu kommen oft noch kleine, regionale Fährgesellschaften.


Übernachtung

    Da Backpacker üblicherweise nicht gerade in Luxushotels übernachten wollen, beschränke ich mich hier auf günstige Unterkünfte. Zum einen sind hier die Jugendherbergen der SYHA (Scottish Youth Hostel Association) zu nennen. Wie in allen Jugendherbergen weltweit ist Voraussetzung, um dort übernachten zu können, die Mitgliedschaft im Jugendherbergsverband des Heimatlandes. Die Qualität der Youth Hostels kann sehr unterschiedlich sein - von einfach bis gehoben (fast Hotelstandard mit Frühstück). Wie weltweit gibt es aber bei den Jugendherbergen ein paar Nachteile: in der Regel keine gemischten Zimmer, sondern Männlein und Weiblein getrennt; oft Sperrstunden; manchmal muß man auch tagsüber aus seinem Zimmer raus, ob man will oder nicht. Oft sind die Jugendherbergen auch sehr groß und damit ziemlich anonym.

    Eine Alternative hierzu stellen die
    Independent Hostels, auch Backpacker Lodges genannt, dar. Hierbei handelt es sich um privat geführte Herbergen, die ähnlich wie Jugendherbergen aufgebaut sind. Die oben genannten Nachteile entfallen hier jedoch. Außerdem sind die Backpackers meistens kleiner, übersichtlicher und familiärer, so daß man leichter mit Leuten in Kontakt kommt. Von den Managern der Häuser kriegt man meistens auch gute, nützliche Tips, was man in der Gegend alles machen kann.

    Falls man mal ein typisch schottisches Frühstück erleben will und die Schnauze voll hat von Schlafsälen, dann kann man auch mal eine Nacht bei „Bed & Breakfast“ verbringen - die typisch britische Unterkunft, bei der Privatleute Zimmer in ihren Häusern an Reisende vermieten. Allein schon das Erlebnis einen schottischen Frühstücks mit Bacon & Eggs, Porridge, Sausage, Grilled Tomatoe, Kippers (Räucherfisch), ... ist es wert, sich einmal B & B zu genehmigen.


Reisezeit/Klima

    Die beste Reisezeit, um Schottland kennenzulernen, ist meiner Meinung nach Ende Mai/Anfang Juni. Zu dieser Zeit ist die Wahrscheinlichkeit, daß man gutes Wetter hat, sehr groß. Gleichzeitig sind aber noch nicht allzuviele Touristen dort. Geht man früher, könnte man mit dem Wetter Pech haben. Gerade in den Highlands kann es schon mal passieren, daß man Anfang Mai noch Schnee erlebt. Geht man aber später, ist das Wetter sicher nicht schlecht, dafür wird man aber von den Midges, Schwärmen von extrem unangenehmen kleinen Steckmücken, halb aufgefressen - ganz abgesehen davon, daß man wirklich überall über Schwärme von Pauschaltouristen mit Omnibussen stolpert.

    Grundsätzlich gilt, daß man nicht wegen des Wetters nach Schottland fahren sollte. Als Schottland-Reisender sollte man eigentlich immer für alle Wetterlagen gerüstet sein. „Four seasons in one day“ ist nicht nur eine schottische Redensart, es kommt tatsächlich so vor. Neben Regenklamotten (kein Schirm - der hält den Wind nicht lange aus) sollte man daher auch immer einen warmen Pulli oder eine Jacke dabeihaben. Denk dran: Schottland ist eine Insel, die mitten in der Nordsee liegt - man spürt den Seewind! Auch wenn die Lufttemperatur sehr warm ist, kommt man durch den fast ständig pfeifenden Wind schnell ins Frieren. Über den vielen Regen in Schottland hört man immer wieder Horrorgeschichten - ich selbst kann sie nicht bestätigen. Klar, es gibt immer wieder mal kräftige Schauer, aber dann sucht man sich eben einen Platz zum Unterstellen. Meistens verschwinden diese Schauer so schnell wieder, wie sie gekommen sind. Daß es wirklich tagelang am Stück regnet, habe ich persönlich in Schottland noch nie erlebt.


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